LANDKREIS    tw    ·    Sie    retten    Leben,    löschen    Feuer,    helfen    in Notfällen,   sind   in   Katastrophenfällen   die      Ersten   am   Ort   -   die Feuerwehren,     Rettungsdienste     und     Katastrophenschützer     im Landkreis    Cuxhaven.    In    einer    neuen    Reihe    stellt    Elbe    Weser aktuell   in   lockerer   Folge   die   verschiedenen   Institutionen,   Vereine und Organisationen vor. Den     Anfang     macht     der     Ausschuss     für     Feuerschutz     und Rettungsdienste   des   Landkreises.   Er   besteht   aus   15   gewählten Kreistagsmitgliedern   sowie   zwei   hinzugewählten   Mitgliedern   - dem   Kreisbrandmeister   und   dem   leitenden   Notarzt,   „da   uns   die fachlich   Kompetenz   wichtig   ist“,   so   der   Ausschussvorsitzende Thorsten Ohlandt. Für   ihn   ist   der Ausschuss   auch   ein   Zeichen   der   Wertschätzung   vor allem   den   Freiwilligen   Feuerwehren   gegenüber.   Denn   ohne   die Arbeit    der    ehrenamtlich    tätigen    Feuerwehrmänner,    müsste deren   Arbeit   im   Landkreis   eine   Berufsfeuerwehr   übernehmen. „Und   wie   man   in   der   Stadt   Cuxhaven   sieht,   verursacht   diese immense   Kosten.“   Deshalb   seien   die   Freiwilligen   Feuerwehren ein   wichtiger   Partner,   die   Thematiken   auf   andere   Ausschüsse   zu verteilen   daher   nicht   der   richtige   Weg.   „Wertschätzung   ist   das A und O“, findet Ohlandt. Doch   was   macht   der Ausschuss   genau?   Oft   heißt   es,   er   segne   nur Gelder   ab.   Doch   das   ist   nur   ein   Teil   der   Wahrheit.   Zwar   beraten die   Mitglieder   tatsächlich   über   die   Anschaffung   von   Fahrzeugen und   Gerätschaften,   wenn   etwa   Mittel   aus   Sonderbeschaffungsmaßnahmen   und   Investitionsprogrammen   zur   Verfügung   stehen.   „Das   geschieht   nach   einem bestimmten Schlüssel, damit die Mittel auch gerecht verteilt werden.“ Doch   das   ist   nur   ein   Teil   der   Arbeit.   In   den   letzten   fünf   Jahren   beschäftigten   den   Ausschuss   vor   allem   zwei   Themen,   der   Digitalfunk   und   die   Integrierte Regionalleitstelle.   In   diesen   und   auch   anderen   Fragen   holt   der   Ausschuss   Informationen   ein,   berät   über   Vorlagen   und   Anträge   und   gibt   Empfehlungen   ab, über   die   dann   die   Mitglieder   des   Kreistages   abstimmen.   Die   Diskussionen   über   das   Für   und   Wider   der   IRLS,   die   Frage   wie   die   Zusammenlegung funktionieren   und   wo   die   IRLS   stationiert   werden   soll,   waren   langwierig.   „Inzwischen   ist   die   Leitstelle   auf   einem   guten   Weg“,   so   Ohlandt.   Seit   März   2013 koordinieren   und   disponieren   die   Mitarbeiter   der   Leitstelle   sämtliche   Feuerwehr-   und   Rettungsdiensteinsätze   aus   den   Landkreisen   Cuxhaven   und   Osterholz sowie   der   Stadt   Bremerhaven   von   Bremerhaven   aus.   (Die   Arbeit   der   Integrierten   Regionalleitstelle   stellen   wir   in   der   nächsten   Folge   unserer   Reihe   vor). Letzte   Beratungen   im Ausschuss   über   eine   öffentlich-rechtliche   Vereinbarung   für   die   Leitstelle   stehen   am   13.   Oktober   an.   Die Abstimmung   erfolgt   am   19. Oktober   im   Kreistag.   Der   stellvertretende   Vorsitzende   Henry   Kowalewski   hofft   „dass   wir   dann   grünes   Licht   geben   können.“   Wichtig   sei   aber   auch,   den Brandschutzbedarfsplan   voranbringen.   „Wir   müssen   vordringlich   dafür   sorgen,   dass   die   Freiwilligen   Feuerwehren   die   Unterstützung   bekommen,   die   der Landkreis leisten kann.“ Ein   anderes   Thema,   das   den   Ausschuss   beschäftigt,   ist   der   Rettungsdienstbedarfsplan,   „den   wir   neu   schreiben   wollen“,   so   Ohlandt.   Zudem   kämpft   der Ausschuss   für   die   Erhaltung   der   beiden   Feuerwehrtechnischen   Zentralen   in   Cadenberge   und   Schiffdorf.   „Hier   wollen   wir,   dass   beide   Standorte   erhalten bleiben.“ Themen,   bei   denen   die   Mitglieder   über   die   Fraktionsgrenzen   hinweg   100-prozentig   zusammenarbeiten.   „Die   Sache   steht   obenan“,   betont   Ohlandt.   „Wir sind stolz darauf, dass wir die meisten Beschlüsse einstimmig fassen.“
EWa- Serie RETTEN:    In   einer   neuen   Serie   stellt   EWa   verschiedene   Institutionen   rund   ums Retten     vor.     Den     Anfang     macht     der     Ausschuss     für     Feuerschutz     und Rettungsdienste.
Thorsten Ohlandt, Vorsitzender des Feuerwehrausschusses Foto: tw
Hilfe für Menschen im Notfall Die Integrierte Regionalleitstelle Unterweser-Elbe
BREMERHAVEN   tw   ·   Es   kracht,   ein   Auto   fährt   in   ein   anderes,   es   gibt Verletzte,   an   anderer   Stelle   ist   ein   Haus   in   Brand   geraten   -   jetzt heißt   es   sofort   die   112   anzurufen,   um   Feuerwehr   und   Rettungsdienst zu   alarmieren.   „Wo   genau   ist   der   Unfallort?“,   lautet   gleich   die   erste Frage.   Die   wichtigste,   denn   sollte   ein   Anruf   abreißen,   „können   wir auf   jeden   Fall   Hilfe   raus   schicken“,   erklärt      Torben   Breden   (Foto: tw),       stellvertretender       Dienstgruppenleiter       der       Integrierten Regionalleitstelle   Unterweser-Elbe   (IRLS).   Hier   laufen   alle   Notrufe aus   den   Landkreisen   Cuxhaven   (ohne   Stadt   Cuxhaven)   und   Osterholz sowie   der   Stadt   Bremerhaven   zusammen.   „Wir   nehmen   von   allen Hilfesuchenden   die   Anrufe   entgegen“,   so      Torben   Breden.   Er   und seine Kollegen alarmieren dann umgehend die benötigten Kräfte. Die    zentrale    Leitstelle        ist    der    Dreh-    und    Angelpunkt    für    die Aufnahme    von    Notrufen    und    die    Einteilung    und    Organisation    der Einsatzfahrzeuge    der    Feuerwehr    und    des    Rettungsdienstes.    Die Mitarbeiter   betreuen   ein   2.800   Quadratkilometer   großes   Gebiet   mit 430.000   Einwohnern   und   sorgen   dafür,   dass   bei   Bränden   und   anderen Unglücken   die   Retter   schnell   vor   Ort   sind.   Rund   um   die   Uhr   sind   in einem   Zwei-Schicht-System   mindestens   vier   bis   sechs   Disponenten   im   Einsatz.   Von   der   Leitstelle   aus   können   sie   200   Freiwillige   Feuerwehren   mit   rund   900 Fahrzeugen   sowie   den   Rettungsdienst   mit   rund   30   Rettungstransportwagen   und   acht   Not­arzteinsatzfahrzeugen   alarmieren.   Ein   anstrengender   Job.   „An   manchen Tagen   wissen   wir   abends   nicht   mehr,   was   am   Morgen   der   erste   Einsatz   war“,   sagt   Breden.      Rund   767   Anrufe   pro   Tag,   280.000   pro   Jahr,   nehmen   er   und   seine Kollegen   entgegen.   Dabei   müssen   sich   die   Disponenten   auch   immer   wieder   mit Anrufern   auseinandersetzen,   die   eigentlich   nicht   die   Hilfe   der   Leitstelle   brauchen. Denn   leider   gäbe   es   immer   wieder   Menschen,   die   anrufen   weil   sie   mit   dem   Auto   liegen   geblieben   sind,   einen   Schlüsseldienst   brauchen   oder   auch   einfach   aus Böswilligkeit,   so   Breden. Anrufe,   die   Zeit   wegnehmen   und   möglicherweise   Kräfte   blockieren,   die   im   schlimmsten   Fall   anderswo   in   lebensbedrohlichen   Situationen dringend gebraucht werden. Doch   nicht   nur   die   Annahme   von   Notrufen   und   die   Alarmierung   der   erforderlichen   Einsatzkräfte   und   -mittel   gehören   zu   den   Aufgaben   von   Torben   Breden   und seinen   Kollegen. Auch   die   Koordinierung      und   Lenkung   der   Einsätze   liegt   in   ihren   Händen.   „So   sind   wir   etwa   für   die Anfahrt   zuständig   und   navigieren   den   Löschzug zur   Einsatzstelle.“   Und   das   auf   dem   schnellsten   Weg.   Deswegen   muss   auch   immer   das   Kartenmaterial   auf   dem   neuesten   Stand   gehalten,   Baustellen   und Straßensperrung sofort mit aufgenommen werden. Während   der   Arbeit   haben   die   Disponenten   an   ihren   insgesamt   sechs   Arbeitsplätzen   jeweils   sechs   Computerbildschirme   im   Blick,   auf   denen   alle   für   sie notwendigen   Informationen   zusammenlaufen.   Von   hier   aus   sehen   sie   unter   anderem   welche   Einsatzfahrzeuge   gerade   unterwegs   sind,   wo   Baustellen   ein   mögliches Weiterkommen   behindern,   welche   Ersatzstrecken   dann   gefahren   werden   können   und   in   welchem   Krankenhaus   noch   wie   viele   Betten   frei   sind.   „Eine   Menge Informationen,   die   gleichzeitig   verarbeitet   werden   müssen“,   so   Breden.   Zudem   müssen   er   und   seine   Kollegen   auch   immer   auf   größere   Katastrophenfälle vorbereitet   sein.   Hierfür   steht   ein   Sonderlagenraum   mit   zwei   zusätzlichen   Leitstellenplätzen   sowie   drei   Notabfrageplätzen   zur   Verfügung.   Wo   möglich,   bereitet sich   der   Dienstgruppenleiter   nach   dem   Motto   „agieren   statt   reagieren“   auf   mögliche   vorhersehbare   Schadenslagen   wie   etwa   Sturmwarnungen   immer   vor.   So   hat Breden auch die Wetterprognosen im Blick, um rechtzeitig handeln und das benötigte zusätzliche Personal informieren zu können. Es   ist   ein   stressiger   und   manchmal   belas­tender   Beruf,   der   viel   Einsatz   erfordert,   den   die   Mitarbeiter   der   IRLS   ausüben.   Doch   trotz   allem   mache   die Arbeit   in   der Leitstelle   Spaß,   erklärt   Breden,   „weil   ich   dem   Hilfesuchenden   sofort   aktiv   mit   Rat   und   Hilfe   zur   Selbsthilfe   beiseite   stehen   kann   und   ich   nie   weiß,   welcher   Notruf als nächstes meine Hilfe benötigt“. Die Integrierte Regionalleitstelle ist  bei der Feuerwehr Bremerhaven angesiedelt und beschäftigt insgesamt 35 Mitarbeiter. Leitstellenleiter ist Frank Klaeßen.
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